Krefelder-Trio

wie alles begann

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in 2004

Elly 50er 2004

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 und so ging es in 2005 weiter

Louis Helmset

Einbau eines Headsets

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 Rollerurlaub 2005 Reisebericht

Link zu den Urlaubsfotos

 picasaweb.google.de/Dextrofee/13082005RollerurlaubZweiMDelsIhreMaschinenUndEinHund

Samstag 13.08.05 

Gegen 10.00 Uhr begab Gerda sich in die Garage, wo sie ihren Roller belud. Bonny, eine drei Jahre alte Yorkshire Hündin in ihrem Reisecase fuhr auf dem Gepäckständer mit. Fertig, es konnte losgehen!!! Funkgerät einschalten, starten, ab ging es mit ihrem 50er Peugeot Speedfight II LS. Von Krefeld-West, Richtung Fischeln um ihre Schwester Elly abzuholen.  Sie wunderte sich sehr das sie über Funk nichts hörte von ihrer Schwester ; warum sollte sie einige Minuten später feststellen!!!

Als sie auf den Parkplatz bei Elly ankam, sah sie das Fiasko! Elly’s Roller, eine 50er Piaggio NSL, auseinander montiert!!! Georg, ein Freund von ihnen, kniete davor und bemühte sich den Schaden zu beheben! Sie ahnte fürchterliches! Als sie angehalten hatte, berichtete Elly ihr, das der Gaszug mal wieder klemmte und das sie nicht vorhatte, die ganze Tour mit Vollgas zu fahren. Also hatten sie schnell einen neuen Gaszug besorgt und Georg baute diesen gerade ein. Jetzt war sie erst einmal beruhigt, das konnte ja nicht so lange dauern, schließlich kannte Georg sich mit so etwas gut aus! Erst mal ihre Bonny aus dem Reisecase geholt, welche sich schon wunderte, dass die Reise schon zu Ende war. Da es schönes, sonniges Wetter war, holte Gerda unsere Höckerchen raus und machte es sich erst einmal gemütlich. Inzwischen hatten sich ein paar Neugierige dazu gesellt die annahmen, unsere Tour würde ins Wasser fallen! Kannten die uns aber schlecht, durch so was lassen wir uns nicht beeinflussen! Da Georg lieber alleine arbeitet, entschlossen wir uns in Elly’s Wohnung zu gehen um letzte Vorbereitungen zu treffen. Etwa eine Stunde später konnte Elly ihren zusammen gebauten Roller Probefahren. Sie startet, alles klar, dreht eine große Runde über den Parkplatz, da ……….schon wieder klemmt der Gaszug !!!

Na, kann man nichts anderes machen, als noch einmal auseinander bauen! Inzwischen war es 13.00 Uhr durch. Georg erst mal was zu essen und trinken besorgt, dann ging er wieder frisch ans Werk. Wir versuchten, ihm hier und da, mit festhalten und so behilflich zu sein. Die Bewohner des Hauses, und das sind nicht wenige, schauten interessiert und mit Schadenfreude zu. Schließlich hatten sie uns zwei alle für verrückt erklärt: so eine Tour, zwei Frauen mit Hund, mit 50er Roller’n zu machen! Sie sahen sich wohl bestätigt in ihrem Glauben, als sie das Fiasko auf dem Parkplatz beobachteten. Sie meinten wohl allen ernstes, das könnte uns aufhalten! Wolfgang, ein Freund von uns, schoss in der Zwischenzeit von dem Geschehen einige Fotos. So langsam ging es auf 15.00 Uhr zu, als Georg meinte: jetzt könnte Elly wieder Probefahren. Also: starten, Runde über den Parkplatz,…. Pustekuchen, der klemmt immer noch!!! Langsam zweifelte Georg schon an seinem Können! Bringt alles nichts. Nachdem er festgestellt hatte, dass wir auf jeden Fall heute noch abfahren wollten, begann er das Teil wieder zu demontieren. Elly’s Laune dem Roller gegenüber wurde langsam mistig! Sie begann ihrem Roller zu drohen, wenn er beim nächsten Mal nicht funktionieren würde, landet er in der Presse!!! Jetzt baute Georg ihn komplett auseinander! Die vordere Front, das innere Beinschild, das Trittblech, das Ding war nur noch eine Karkasse! Georg entschloss sich dieses Mal, den Gaszug, entgegen dem Original, an die andere Seite der Lenksäule vorbei zu legen. Gesagt, getan, und es dauerte…

Aber… auf Georg ist Verlass!!! Etwa gegen 17.00 Uhr, konnte Elly erneut eine Probefahrt über den Parkplatz machen. Super, es klappt! Hatte die Drohung ihre Wirkung getan? Elly meinte, sie wolle jetzt eben tanken fahren, bevor sie den Roller belädt. Wäre auch eine Probe für den Roller! 10 Minuten später war klar, wir konnten fahren. Der Roller funktionierte!!!

Jetzt hieß es, Elly’s Roller beladen! Ich musste noch meine zweite Packrolle hinter mir auf den Sitz laden. Unsere Höckerchen mussten natürlich auch wieder mit! Bonny lief schon ganz aufgeregt hin und her. Sie merkte auch: Jetzt geht’s los!!! Es gab auch langsam Zeit. Inzwischen zogen dunkle Wolken auf und es war 17.30 Uhr!

Kilometerstand von Elly’s Roller beim Start: 13745

Start Urlaub 2005

Schnell noch von Oma verabschiedet, beim Georg herzlichst bedankt (habt ihr auch meine Telefonnummer? Nur für alle Fälle!),  und ab ging’s! Erst mal aus Krefeld raus…ab da stieg unser Launepegel wieder an! Wir nahmen uns vor auf direktem Wege nach Boppard-Buchholz zu fahren. Nicht wie sonst, hier und da noch Stippvisiten zu machen!

Doch der Hunger, zwang uns zu einer Rast. Nach ca. 30 Minuten starteten wir wieder mit gehobener Laune. Die sofort wieder sank, als  Gerda wie beim Ententanz sich durch die Gegend rüttelte. Oh Schreck, was ist nun wieder los? Ihr ganzer Roller schaukelte sich auf! Sie versuchte langsamer zu werden, um den Roller abzufangen. Geschafft, ohne festzustellen, woran es lag.

Über die Dörfer, in Erftstadt angekommen, haben wir getankt. Da es langsam kühler wurde, obwohl wir den Wolken immer ein Stück voraus waren, beschlossen wir die Regenkombis über unsere Lederkluft zu ziehen. Nachdem Bonny Gassi war und verpflegt wurde, ging es weiter.

Immer schön über die Dörfer, uns vollkommen unbekannte Route. Etwa gegen 23.00 Uhr kamen wir durch irgendein kleines Dörfchen; am Dorfausgang war seitlich ein Schotterplatz, wo wir beschlossen eine kleine Pause zu machen. Kaum angehalten, klingelte Elly’s Handy. Schnell den Helm ab, ups… was war das? Elly’s Ohrring hatte sich selbstständig gemacht und befand sich jetzt irgendwo im Schotter! Vorsicht, nicht bewegen, erst Telefonat zu Ende bringen und dann Ohrring suchen!

Na das war keine leichte Aufgabe. Erst holte Gerda mal unsere Taschenlampen, schließlich war es stocke finster. Nach einer halben Stunde intensiven Suchens fanden wir das winzige Gingkoblatt, aufrecht stehend im Schotter! Froh, über so viel Glück, starteten wir. Kaum das wir wieder auf der Straße waren und beschleunigten, schaukelte sich Gerdas Roller wieder auf!!! Mit aller Gewalt versuchte sie ihn zu halten. Sie konnte weder beschleunigen, noch bremsen; jedes Mal wenn sie es versuchte, wurde es schlimmer! Endlich, mit gleichbleibendem Gas und langsam gezogener Bremse, bekam sie das Ding zum Stehen!!! Als sie vorsichtig abstieg, zitterten ihr die Beine! Elly hatte bald einen Herzinfarkt bekommen, so schlimm muss das ausgesehen haben! Nach ein paar Minuten Ruhe, versuchten wir es aufs Neue. Es klappte, also fuhren wir weiter über die Berge Richtung Rhein/Mosel/Koblenz. Irgendwann entschlossen wir uns etwas weiter links zum Rhein zu halten. Fataler Fehler: standen mitten in der Nacht plötzlich auf einem großen Parkplatz, direkt am Rhein, Sackgasse!!! Zu allem Überfluss kam auch noch ein Polizeibus. War aber nicht an uns interessiert! Kurze Pause, kleine Erfrischung, Bonny Gassi und versorgt, ging es weiter. Erst mal wieder den Berg rauf und dann nach einer Möglichkeit zur Moselüberquerung gesucht. Da, eine Brücke! Merkwürdig, das soll die Mosel sein? Drüben angekommen, stellten wir fest: wir sind auf der anderen Rheinseite, in der Höhe von Bendorf! Da brauchten wir gar nicht hin!!! Egal weiter rheinaufwärts konnten wir wieder rüber fahren! Mit viel Erleichterung kamen wir gegen 1.30 Uhr nachts wieder auf linksrheinisches Gebiet. Jetzt noch den Berg rauf zur Hunsrückhöhenstraße, dann hatten wir die erste Etappe unserer Tour geschafft. Um 2.00 Uhr stellten wir unsere Roller ab, mit dem Ergebnis von 245 gefahrenen Kilometern! Kilometerstand Elly’s Roller 13990!

245 Tageskilometer! Das hatten wir auch schon kürzer geschafft!!! Abladen und trockenen Fußes rein in unser Quartier! Jetzt begann es zu regnen. Wir hatten nicht einen Tropfen abbekommen. Unserer Kluft entledigt, stöberte ich erst einmal in Boris (Sohn von Elly) Essensvorräten!!! Hurra, er hatte eine Büchse Nudelsuppe in seinem Vorrat!!! Schön heiß gemacht, tat sie richtig gut nach der Tour. Den Wecker gestellt auf  10.00Uhr, dann war schlafen angesagt!

 

Sonntag 14.08.05

Igitt, Regenwetter!!! Mit Bonny erst mal raus Gassi gehen und Temperaturen prüfen! Wir entschlossen uns erst mal in aller Ruhe zu packen und tranken noch eine Tasse Kaffee. Schnell noch Boris 5 Euro in den Kühlschrank gelegt, damit bei der Rücktour auch wieder Proviant für uns da ist! Es regnete weiter. Wir wieder die Regenoveralls an, und ab ging es gegen 13.00 Uhr Richtung Vaihingen/Enz. Berg runter, B9, schön am Rhein entlang, bis uns in Bingen Sintfluten vom Himmel entgegen kamen. Egal, wir waren gut verpackt und Bonny hatte einen Regenschutz über ihr Reisecase. Alle Zweiradfahrer standen, wir fuhren weiter!!! Erste Staus und Polizei bei einem Unfall, wir kamen aber überall gut dran vorbei. In Bacharach machten wir noch mal kurz Pause und schwelgten in Erinnerung an unsere Trike-Tour. Dann ging es wieder auf in die Berge Richtung Bad Kreuznach. In Nähe der A61 fanden wir einen Rasthof mit schönem Blick über das Land. Wir machten Rast. Der Regen hatte nachgelassen.

Wir hatten uns gestärkt, Bonny war versorgt und schon ging es weiter Richtung Speyer. Halt – Stop!! Hier fehlt doch was? Wollten gerade starten, da viel Elly auf, das sie ihre Tasche mit Geld und Papieren vergessen hatte. Im Eilschritt zurück, Gott sei Dank, sie war noch da. Wir hatten unsere liebe Not mit den Kraftfahrtstraßen. Da wir mit den 50ern nicht da drauf dürfen, und die Beschilderung dieser Kraftfahrtstraßen sehr zu wünschen übrig ließ. Wir kamen fast immer kurz davor zum stehen und hatten dann Probleme wieder da weg zu kommen. In Speyer angekommen, ging es erst richtig los!!! Über die Brücke durften wir nicht: Kraftfahrstraße! Wir mussten aber über den Rhein. Die B9 und B39 hätten wir nehmen können, waren aber Kraftfahrstraßen! Mal wieder dort gelandet, entschlossen wir uns die nächste Tankstelle anzufahren und dort nachzufragen, wie wir über den Rhein kommen. Der Tankwart meinte da nur: Jetzt haben sie ein Problem!!! Die einzige Möglichkeit, über den Fahrradweg der Brücke!!! Gesagt, getan, vorbei am Flugzeugmuseum,  über die Brücke. Drüben angekommen, schnell in die nächste Nebenstraße eingebogen, bloß weg von den Kraftfahrstraßen!!! Mal wieder über die Dörfer Richtung Bruchsal. Von dort fuhren wir auf die B35 Richtung Vaihingen. Die Straße nahm kein Ende, rechts und links nur Wald. Dunkel war es auch schon wieder und recht kühl! 22.20 Uhr endlich bei Illingen, rechts ein Rasthof, kurze Pause, Margitta anrufen (unsere nächste Quartiermutter),  wollte uns entgegen kommen und abholen. Wir schon mal auf die B10 unsere Fahrt fortgesetzt.  Irgendwo an einer Ampel, stand sie plötzlich hinter uns. Kurze Zeit später gelangten wir zu ihr auf den Hof; und da begann das nächste Fiasko!!! Aiko, ein großer Setter, der sonst immer auf der Rückbank mitfährt, hatte sie in der Eile, vorne zu sich genommen. Während der Fahrt, hatte er sich wohl eine Pfote geklemmt an der Schaltung des Autos und war jetzt regelrecht bissig. Margitta saß in ihrem Auto, Aiko zwischen Lenkrad und sich, auf dem Schoß; sie mit beiden Händen ihn an den Ohren festhaltend, damit er sie nicht beißt!!! Irgendwie hat sie es geschafft, aus dem Auto raus zu kommen, Aiko war dazu nicht zu bewegen. Margitta machte uns die Garage auf, damit wir schon mal abladen konnten. Mittlerweile war es wieder 23.00 Uhr. Bonny schnüffelte in der Garage rum, war ja fremdes Gelände, als plötzlich Aiko vor ihr stand! Bonny war es gewöhnt, auch größere Hunde, mit ihrem zickigem Gehabe und Gekläffe in die Flucht zu treiben. Hier bekam sie durch Aiko das erste Mal eine Lektion! Innerhalb Sekunden hatte er es fertig gebracht, sie mit seiner Pfote auf den Boden der Garage zu drücken. Immerhin war er der Herr hier!!! Bonny junkte erbärmlich. Wir drei waren ziemlich erschrocken. Margitta packte Aiko bei den Ohren und zog ihn beiseite. Bonny flüchtete zu Gerda und zitterte wie Espenlaub. Es war nichts weiter passiert, aber alle waren geschafft. Schnell die Sachen rein, Aiko ins Wohnzimmer und wir erst mal in die Küche um ein wenig zur Ruhe zu kommen. Nach einiger Zeit ging Gerda noch mal raus auf die Terrasse um noch etwas Nachtluft zu schnuppern. Erst dachte sie, sie hätte Halluzinationen, aber je länger sie gen Himmel schaute, desto sicherer wurde sie sich: da schwebte etwas am Himmel! Soweit, so gut. Langsam bewegte es sich mal nach rechts, mal nach links. Da es sehr dunkel war, konnte Gerda es weder identifizieren, noch die Entfernung feststellen. Nach einer gewissen Zeit kam Elly auch raus. Gerda fragte sie, ob sie auch was am Himmel sehen würde? Nach genauem hinsehen meinte Elly: Ja, einen Luftballon! Na toll, Gerda dachte schon es wäre ein UFO!!! Nach einer herzlichen Lachparade gingen wir dann irgendwann in der Nacht  zu Bett. Jetzt wollten wir erst einmal ausschlafen, schließlich waren wir in Urlaub!

Kilometerstand Elly’s Roller 14224, also hatten wir heute 234 Kilometer bewältigt.

 

 Montag 15.08.05

Als wir am Montagvormittag, nach ausgiebigem Schlaf erwachten, erblickten wir von unserem Fenster aus eine sonnenüberflutete Terrasse. Gerda hatte nichts Eiligeres zu tun, als mit Bonny und Kamera bewaffnet erst einmal diese zu erobern. Herrlich, strahlender Sonnenschein, wunderschöner Garten und einen Blick durchs Fenster auf Elly, die sich bemühte wach zu werden!!! Nachdem Gerda einige Fotos geschossen hatte, viel ihr der Luftballon wieder ein. Na sieh mal einer, das war ein Riesenballon, von einer Radlerstation. Unser erstes Frühstück bei Margitta war wie in einem 5Sterne-Hotel, die hatte sogar extra noch Brötchen besorgt.

Nach besagtem, machten wir uns mit Margitta im Auto auf nach Stuttgart, weil wir ein Head-Set bei Louis umtauschen mussten. Bei der Durchquerung Stuttgarts zeigte sie uns einige Sehenswürdigkeiten. Als wir nach dem Umtausch wieder zurück fuhren, standen wir im Stau! Endlos, nichts ging voran; Margitta meinte nur: das ist hier normal!!! Na danke, das waren wir nicht mehr gewöhnt, wir sehnten uns nach unseren Rollern!!! Nachdem wir für die Rückreise mindestens doppelt so lange gebraucht hatten, wollte Margitta uns dafür entschädigen und fuhr kurz vor zu Hause den Berg hoch! Uns wurde ganz anders, der Weg war unbefestigt und sehr schmal. Ziemlich oben auf dem Berg hielt sie plötzlich an. Wir stiegen aus und hatten einen Kilometerweiten Panoramablick! Hier sah Gerda auch ihr „UFO“ wieder. Wieder im Quartier, musste Aiko Gassi. Da wir Bonny mitgenommen hatten, war er zu Hause geblieben. Kurzentschlossen gab Margitta Elly und Gerda die Leine, sie wollte in der Zwischenzeit etwas zu essen machen. Na ja, das erste Stück ging ja prima, außerdem ging es den Berg rauf , da war es nicht weiter schlimm das Aiko wie ein Verrückter zog! Gerda dachte allerdings schon an den Rückweg, wir mussten den Berg ja auch wieder runter. Wie würde das gehen? Von oben aus suchten wir uns einen Weg der ziemlich flach wieder hinunter führte. Das störte Aiko allerdings überhaupt nicht. Als er bemerkte, dass es wieder heimwärts ging, legte er noch einen Zahn zu. Buchstäblich in letzter Sekunde bekam Elly das mit und packte Gerdas freie Hand um „Bremsanker“ zu spielen. Wer weiß wo sie sonst gelandet wäre! Endlich angekommen, wurden wir alle erst einmal verpflegt. Aiko kam wieder ins Wohnzimmer und Bonny zu uns, immer schön getrennt damit sie sich nicht in die Haare bekamen. Jetzt mussten wir noch unsere Roller durchchecken, da wir ja morgen weiter wollten. Anschließend gab es noch eine lange Abendsitzung mit viel Geklöne und Gelächter in der Küche.

 

Dienstag 16.08.05

Nach einer guten Nachtruhe und einem ausgiebigen Frühstück begannen wir unsere Sachen, bzw. Roller wieder zu packen. Bonny war auch schon in Aufbruchsstimmung. Damit die beiden sich nichts taten, hatte Margitta Aiko an den Gartenzaun geleint. Mittlerweile hatte er aber Bonny einigermaßen akzeptiert und blieb daher ruhig. Sie machte allerdings einen riesigen Bogen um ihn, hatte wohl ihre Lektion gelernt. Das hatten wir gestern in Stuttgart schon bemerkt, immer schön den anderen Hunden aus dem Weg gehen!!! Nachdem wir noch einmal reichlich die Terrasse mit Kaffe und Kuchen genossen hatten, starteten wir gegen 12.00 Uhr. Erst mal aus dem Dorf  die B10 überqueren, nächste Tankstelle Weissach! Dort angekommen, mussten wir erst mal abladen um an unsere Tanks zu kommen. Das dauert natürlich und deshalb stellten wir uns hintereinander an einer Säule. An der anderen Säule waren inzwischen ein Pärchen Motorradfahrer eingetroffen. Selbstverständlich wollten auch die wissen, wo wir herkamen und hinwollten! Natürlich waren die schneller mit dem Tanken als wir, allerdings… bei dem Herrn gab es dann Startprobleme! Somit waren wir richtig stolz auf unsere 50er. Denn die starteten und schnurrten wie die Kätzchen! Ab ging es wieder über kleine Landstraßen durch idyllische Dörfer, mal Berg auf oder Berg ab. Irgendwann nachmittags kamen wir in „Eutingen im Gäu“ an. Wir sahen einen großen leeren Parkplatz und beschlossen hier Mittagsrast zu machen. Wie günstig… am Rande des Parkplatzes war ein Obst- und Gemüsestand! War das der Marktplatz hier? Na egal, da gab es kernlose Trauben, das richtige an Wegzehrung!!! Gesehen, gekauft, ein Schwätzchen mit der Marktfrau und dann entdeckte Gerda Stangenbohnen! Die mussten mit. Als kostenlose Zugabe bekamen wir noch ein neues Rezept für Schnippelbohnensuppe, auch „Fitschbohnensuppe“ genannt. Das wollten wir dann bei Therese ausprobieren. Also nahmen wir die Zutaten gleich vom Marktstand mit. Das hieß jetzt: zwei volle Tüten, leicht verletzbare Ware unterbringen. Da es sich um unser Essen handelte, wurde besondere Vorsicht wallten gelassen! Nachdem alle wieder gestärkt waren ging es weiter. Über Berg und Tal durch die schöne Landschaft. Nächster Stop war Oberndorf zum Tanken. Gesagt, getan, ab zur Kasse und bezahlen! Völlig verstört, kam Elly aus dem Kassenraum. Nach ihrem wirren Blick gefragt, meinte sie ; „In welchem Jahrhundert befinden wir uns?“ Sie erklärte Gerda, das der Kassierer wohl vom letzten Jahrhundert über geblieben ist. 

Nach weiterer Fahrt gelangten wir gegen 18.00 Uhr in Bräunlingen an. Telefonisch informiert: Therese war noch nicht zu Hause. Den nächsten Passanten, einen einheimischen Jugendlichen, gefragt ob er uns sagen könnte wo sich die Habsburgerstraße befindet! Großes Fragezeichen, der hatte keine Ahnung! Da hatte Gerda einen Geistesblitz: Wirte kennen ihre Ortschaften. Die nächste Gaststätte rein und hier nachgefragt! Und siehe da, der Wirt kannte die Straße! Folglich fuhren wir erst mal den Berg rauf und sahen uns unsere nächste Unterkunft nebst Umgebung schon einmal an! Anschließend hatten wir noch Zeit und Fuhren wieder runter in die Ortschaft um diese ein wenig zu erkunden. Als wir langsam Hunger bekamen, machten wir Rast auf einem großen Platz vor Schlecker und kauten ein paar trockene Waffeln. Kaum standen wir da hatten wir auch schon Gesellschaft von einem kleinen Jungen, der sich besonders für Bonny interessierte. Etwa eine halbe Stunde später fuhren wir dann zu Therese rauf, welche uns zusammen mit ihrer Schwägerin herzlichst begrüßte. Infolge unserer „Bepackung“ stellte sie ihre Garage zu unserer Verfügung. Schnell abladen, alles rauf in die zweite Etage, und hier noch mal eine Hühnerleiter rauf zum Dachboden, wo liebevoll schon unser Quartier zu Recht gemacht war. Sogar für Bonny war ein Hundekörbchen bereit gestellt. Als wir dann wieder runter ins Wohnzimmer kamen und Therese die Tüte mit dem frischen Gemüse überreichten, wollte sie uns schon erschlagen! Weil wir es gewagt hatten unsere Verpflegung selber mit zu bringen. Wir hatten dann unsere liebe Mühe, Therese davon zu überzeugen, das wir nur ein neues Rezept ausprobieren wollten. Das überzeugte sie dann doch. In mittels hatte Therese bereits den Tisch fürstlich gedeckt (mit viel zu viel Essbarem). Da Therese der Meinung war, das müsste alles aufgegessen werden, wurde es ein langer, gemütlicher Abend mit viel Essen, einem besonderen Tee, anschließend Rotwein und jede Menge Berichterstattung. Besonders gut haben uns die „Frankfurterli“, polnische Würstchen  mit recht herzhaftem Geschmack geschmeckt. Elly hielt sich anschließend mehr an Nervennahrung in Form von Pralinen! Jetzt noch einmal mit Bonny Gassi auf die Anhöhe. Siehe da, sie fand schon alleine den Weg zurück. Als wir endlich in unsere Betten kamen, was durch die Leiter zum Dachboden relativ schwierig war, fühlten wir uns rundum glücklich und zufrieden und genossen zu dritt einen tiefen, erholsamen Schlaf.  

Unser Tagespensum von 183 Km hatten wir wieder einmal mit Bravour geschafft, was unseren Kilometerstand auf 14407 km brachte.

 

Mittwoch 17.08.05

Nach einer geruhsamen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück, beschlossen wir am Mittag mit Therese und Maria, ihre Schwägerin, nach Freiburg zu fahren. Die beiden wollten Familienbesuch abstatten und wir zwei Freiburg zu Fuß erkunden. Das sollte Folgen haben!

Als wir Therese endlich breit geschlagen hatten, durften wir vorher noch unsere  „Fitschbohnensuppe“ zubereiten, welche dann auch noch gekostet werden musste!

Auf der Hinfahrt zeigte uns Therese wo der Steinbock von Felsen zu Felsen springt, etwas Besonderes; gesehen haben wir ihn, allerdings keine Möglichkeit gehabt ihn auf Foto zu bannen. Gegen 14.00 Uhr setzte Therese uns in Freiburg ab wo wir dann bis 20.00 Uhr

 „Freilauf“ hatten. Richtung Altstadt zum Freiburger Münster mit einer kurzen Erfrischung zwischendurch, gingen die ersten Stunden mit vielen schönen Eindrücken und Foto’s schnell vorbei. Unterwegs fanden wir dann Gerda’s Deutschlandfahne und Elly einen neuen Freund mit riesigen Ausmaßen. Es muss wohl ca. 18.00 Uhr gewesen sein, als Gerda plötzlich bemerkte, dass ihr rechtes Fußgelenk und ihre Wade schmerzte. Innerhalb kürzester Zeit schwoll die Wade und das Gelenk, sodass sie gezwungen war sich ein paar Sandalen zu besorgen, in der Hoffnung, es würde besser. Immerhin mussten wir noch durch die komplette Altstadt wieder zurück zum Treffpunkt DM-Markt am Bahnhof! Das war gar nicht so einfach… Wie üblich in jeder Stadt und Dorf, gab es auch hier „wildenburgische“ Eindrücke! Teilweise völlig verwirrt, irrten wir zweimal am Treffpunkt vorbei. Mittlerweile qualmten uns die Füße und die neuen Socken hatten auch die Blasenbildung nicht verhindern können. Endlich die Rettung, unten durch den Bahnhof auf die andere Seite und schon standen wir Therese’s Auto gegenüber! Sie war unsere Rettung, wir wären keinen weiteren Schritt mehr gelaufen! Rasant kurvte sie aus der Stadt raus, was Gerda einiges befürchten ließ. Und richtig: es ging auf und abwärts in Serpentinen und Gerda wurde es immer mulmiger. Langsam aber sicher wurde sie immer kleiner und begann die Farbe zu wechseln, worauf Elly es Therese berichtete. Diese genoss den „Formel1-Kurs“ sichtlich, zügelte sich dann aber um Gerda keinen Herzinfarkt zu verpassen. Vor lauter, lauter, haben wir dann abermals nicht den Steinbock erwischt! Endlich in Bräunlingen angekommen wollte selbst Bonny nicht mehr weit laufen zum Gassi gehen. Wir labten uns erst einmal an der „Fitschbohnensuppe“ und dem reichlich angerichtetem Abendessen von Therese, welches natürlich mit Tee und Rotwein genossen wurde. Unsere Unterhaltungen waren so interessant, dass wir nicht bemerkten wie die Nacht verging. Oder lag das am Vollmond? Mit Sicherheit tat der Rotwein sein letztes dazu, dass wir anschließend in einen Komaschlaf fielen.

 

Donnerstag 18.08.2005

Irgendwie haben wir es geschafft einmal auszuschlafen. Da das Wetter ein wenig diesig war, beschlossen wir einige Vorbereitungen für den morgigen Start zu treffen. Zuerst wurden unsere Roller durchgecheckt und anschließend Elly’s Kamera gesucht. Zwischendurch hatte Bonny uns wieder einmal ihren Weg auf den Berg gewiesen. Gegen 15.00 Uhr starteten wir dann zu fünft in Richtung Schweiz zum Rheinfall in Neuhausen (Schaffhausen). Ohne Probleme über die Grenze gekommen wollte Therese oben im Ort schon parken. Wir konnten sie dann überreden so weit wie möglich an den Rheinfall herunter zu fahren. Vom Parkplatz die Stiegen herunter kommend bot sich uns ein überwältigender Eindruck! Fasziniert betrachteten wir die Boote die in die Gischt direkt unterhalb des Rheinfalls fuhren, um dort an einem Felsensteg Passagiere ab zu setzten, welche dann den Fels bis zum Gipfel hinauf stiegen. Oben angelangt standen sie mitten im Rheinfall. Anstatt mit diesen Booten zu fahren entschlossen wir uns den „kleinen“ Rundweg zu gehen. Naturliebend wie Therese ist, gönnte sie ihren Füßen den Genuss des direkten Bodenkontaktes. Auf der Aussichtsterrasse am Ufer, in einem großen Rechtsbogen ging es an kleineren Wasserfällen langsam bergauf an einem uralten Wasserrad mit Schleuse vorbei. Mit Zwischenstationen auf kleineren Aussichtsplattformen kamen wir dann noch den restlichen Berg über Stiegen zur Eisenbahnbrücke hinauf. Diese sollte später einen bleibenden Eindruck auf Elly machen! Von der Brücke hatte man einen riesigen Rundum Blick, welchen wir ausgiebig genossen. Elly konnte davon nicht genug fotografieren, als sie sich dann wieder Richtung Brücke wandte, rauschte direkt vor ihr ein Zug vorbei. Erschrocken davon hatte Therese alle Hände voll zu tun sie fest zu halten, damit sie nicht über das Geländer fiel. Sichtlich schockiert traf Elly mit Therese dann wieder am anderen Ufer ein, von wo wir den restlichen Aufstieg zu Schloss Lauffen begannen. Endlich dort angekommen erfrischten wir uns am Brunnen sowie an Getränken, wobei Elly und Therese gleichzeitig aus einer Flasche tranken! Wir waren auf dem höchsten Aussichtspunkt angelangt und konnten uns an einer Schautafel über den Rheinfall und seine Daten informieren. Von hier an ging es bergab über begrünte Wege und Stiegen mit schönen Aussichten auf die Umgebung und den Rheinfall. Letztendlich mussten wir durch den Berg hindurch um zu den beiden unteren Aussichtsplattformen zu kommen. Beim betreten der Plattformen bekommt man einen überwältigenden Eindruck über die Wassermassen welche unter ihnen hindurchfließen. Keine Beschreibung kann dem gerecht werden. Inmitten des Wasserfalls ragen zwei Felsen empor wovon einer bereits „geflickt“ ist, damit er nicht zusammen bricht. Auch den Aussichtsfelsen den die Boote ansteuern kann man von hier gut beobachten. Es war wohl so gegen 18.00 Uhr als wir dann den Rest hinunter stiegen zur Bootsanlegestelle und feststellen mussten, dass kein Boot mehr anlegen würde. Von fürchterlichen Ahnungen geplagt, hinsichtlich Gerda’s Beines welches sich wieder bemerkbar machte, winkten wir dem letzten Boot zu. Man hatte Erbarmen mit uns. Nicht auszudenken wir hätten den „kleinen“ Rundweg wieder zurückgehen müssen. Wo bei es uns jetzt erst auffiel, das es noch den mittleren und großen Rundweg gab. In sitzend, schaukelnder Lage betrachteten wir noch einmal ausgiebig das Panorama und schossen noch ein paar Foto’s. Am Ausgangspunkt wieder angelangt schafften wir es mit letzter Kraft noch bis zum Parkplatz auf zu steigen. Sichtlich erleichtert begannen wir die Heimfahrt über die Grenze um am ersten Rastplatz zu stoppen, immerhin wollten wir ja noch picknicken. Extra dafür hatte Therese außer dem reichhaltigen Proviant, eine besondere Tischdecke mitgenommen. Mit dieser und dem Tischdecken intensiv beschäftigt, schreckte sie ein Schrei von Gerda auf: „Dein Auto, wo ist der Schlüssel?“ Über den Parkplatz rannte ein junger Mann, in kurzer Hose, Therese’s davon schleichendem Auto hinterher. Sie hatte den Wagen zwar abgeschlossen aber weder Gang noch Handbremse eingelegt. Völlig verwirrt, nicht von dem Auto, starrte Therese auf den Mann und dessen Waden. Beim wiederholten Ruf nach dem Schlüssel entschloss sie sich dann ebenfalls dem Auto hinterher zu laufen anstatt sofort den Schlüssel zu betätigen. Als sie sich endlich von dem Anblick der Waden losreißen konnte fand sie auch den Knopf zum öffnen der Autotür.  Der junge Mann reagierte gekonnt, schnell brachte er das Auto zum stehen. Therese fuhr das Auto zurück und begab sich dann auf die Suche nach dem Retter ihres Auto’s. Dieser und seine Begleiterin wurden dann zum Picknick eingeladen. Während dessen konnten wir drei immer wieder feststellen wie fasziniert Therese von den Waden ihres Retters war. Auch seine langen Haare gefielen ihr. Es wäre ein richtiger Apollo meinte sie dazu! Anschließend waren wir alle der festen Überzeugung, Therese’s Baby, ihr Auto, hatte es ihr übel genommen, dass sie sich für Krümel, Elly’s Auto interessiert hatte. Nach dieser erfolgreichen Mission gelangten wir ohne weitere Zwischenfälle wieder in Bräunlingen an. Der weitere Abend verlief dann bei Essen, Trinken und viel Gelächter über die letzte Aktion, sowie die diversen Reaktionen von Therese auf ihren Apollo sehr lustig. Saugemütlich beim Genuss von La Corrida, ein französischer Landwein,  verlegten wir ungewollt früh schlafen zu gehen, auf den frühen Morgen, da die Nacht schon vorbei war. Inzwischen hatte Therese Weihrauch entzündet und sprach mit Hilfe ihres Papstöles einen Segen aus. Dann überreichte sie Gerda den Engel mit ein paar weisenden Worten und guten Wünschen. Dessen nicht genug, bestand sie darauf die Rückenmuskulatur von Gerda durch eine Massage mit dem Papstöl aufzulockern. Elly hatte sich gegen 5.00 Uhr verabschiedet, Therese und Gerda kamen gegen 6.00 Uhr ins Bett.

 

Freitag 19.08.2005

Gegen 9.00 Uhr versuchten wir dann wieder wach zu werden. Es roch herrlich nach Rührei. Wir aßen zu viert aus einer großen Pfanne. Es war ein Genuss und so gestärkt begannen wir zu packen. Um 12.00 Uhr verabschiedeten wir uns von Maria und Therese, welche uns noch mit reichlich Proviant ausgestattet hatte.

Beim Start in Bräunlingen betrug der Kilometerstand bei Elly 14407. Unser nächstes Quartier war in Ellwangen (Rot an der Rot). Allerdings waren wir nicht weit vom Bodensee und wollten diesen dann auch sehen. Bei der nächsten Rast konnte man ihn schon in der Ferne sehen. Bei Konstanz gingen wir auf die Fähre und zitterten der nächsten Tankstelle entgegen. Meersburg-Unterstadt verließen wir fluchtartig wegen Menschenmassen. In der Oberstadt fanden wir dann schnell eine Tankstelle und kurz darauf einen schönen Rastplatz mitten in den Weinreben mit Blick auf den Bodensee. Gestärkt und erfrischt fuhren wir weiter, als Höhe Ravensburg Elly schüchtern fragte: “Ist das Wein?“ Sie sah Meterhohe Hopfenfelder. Da hatte wohl der in den letzten Tagen verkonsumierte Rotwein seine Wirkung getan!!! Gegen 18.00 Uhr trafen wir in Bad Wurzach ein wo wir tankten und uns nach kurzer Orientierung noch schnell ein Eis gönnten. Bei Karin und Reiner in Ellwangen trafen wir gegen 19.00 Uhr ein wo wir mit einem Lagerfeuer und (wieder) Rotwein begrüßt wurden. Die drei Bernersennenhunde (Vater, Mutter und Sohn) fanden es dieses Mal von Nöten, Bonny zu beweisen, das sie hier die Herrschaft hatten. Entgegen dem letzten Besuch wo sie fluchtartig die Zimmer verließen wenn Bonny rein kam. Nach ca. einer Stunde fielen die ersten Regentropfen. Wir bereiteten noch einiges für den nächsten Tag vor und gingen dann gegen 23.30 Uhr zu Bett.

Unser Kilometerstand betrug 14605 in Ellwangen. Tageskilometer 198.

 

Samstag 20.08.2005

Um 9.00 Uhr erwachten wir mit Freude auf das Frühstück. Irgendwie wollte Gerda das Frühstück nicht bekommen. Trotzdem starteten wir gegen 11.30 Uhr nach Wertach. Über winzige Landstraßen, könnten auch asphaltierte Feldwege gewesen sein. Merkwürdig war, dass wir mitten durch einen Bauernhof fuhren! Dann sahen wir eine „Ortsbezeichnung“ und uns war alles klar: „Flodders“ stand darauf! Es sah auch genauso aus !!! Gegen 12.00 Uhr machten wir einen Notstop um unser Regenzeug anzuziehen, da es nicht aufhörte zu nässen. 10 Minuten später war es trocken. Um 13.00 Uhr befanden wir uns in Kempten. Nachdem wir unsere Roller schön trocken abgestellt hatten, unter der Säulen-Galerie einer Kirche, machten wir erst einmal einen Stadtbummel. Hier wurde Gerda fündig mit ihrer Bayernfahne. Schnell noch ein paar Kleinigkeiten eingekauft, genossen wir anschließend noch eine leckere Waffel und wollten dann noch nach ATU! Wir waren sehr stolz darauf, dass uns bis jetzt noch nicht einmal die Polizei angehalten hatte. Deswegen nahmen wir nun allen Mut zusammen und hielten einen Polizeibus an, um zu fragen, wo hier in Kempten ein ATU ist! Freundlich bekamen wir den Weg gewiesen mit dem Hinweiß, das die seid 14.00 Uhr geschlossen hatten. Daraufhin meinte Gerda. „Macht nichts, fahren wir da morgen hin!“ Dummerweise war morgen Sonntag, was die Polizisten zu einem Schmunzeln verleitete. Sie beschrieben uns noch den schnellsten Weg aus Kempten raus und gingen dann weiter ihrem Job nach. Wieder bei unseren Rollern angelangt, mussten wir mal wieder ein paar Passanten Bericht erstatten, was wir so mit unseren Rollern von Krefeld aus erlebt hatten, wobei sie uns großen Respekt bezeugten. Bonny hatte auch genug vom Laufen, also machten wir uns auf den Weg nach Wertach. Wir waren schon in Sulzberg angelangt und schauten hier nach einer Tankstelle. Man belehrte uns, dass wir zurück in Richtung Kempten müssten. In St.Mang wäre die nächste Tankstelle. Gerda muss gewusst haben, warum sie da vorbei gefahren ist. Also 7 Kilometer zurück, Tankstelle gefunden, getankt und dann wieder die gleiche Straße zurück. Plötzlich kommt Gerda auf ihrer Spur ein Kleinbus entgegen, er und sie konnten gerade noch einander ausweichen. Sie flucht und schimpft…fährt vorsichtig noch ein Stückchen weiter und stellt dann fest: Einbahnstraße in verkehrter Richtung!!! Ups. Drehen, retour…Elly hatte auch schon gedreht und lauthals über Funk Bescheid gegeben! Jetzt mussten wir uns einen neuen Weg suchen.  Nicht so einfach, wenn man links ab will und es nur geradeaus geht. Kein Problem für Gerda, die macht das trotzdem!!! Jetzt gab es Schelte von „Mama“ Elly: „Im Zweifelsfall immer rechts abbiegen!“ Dann ging es wieder weiter über Sulzberg am Rottachsee vorbei mit 15% Anstieg und 30 kmh von Elly’s Roller. Wieder einmal über schmale Pfädchen, was anderes gab es da nicht, den Strietzi-Paß rauf. Wir genossen den wunderschönen Ausblick auf die weite Landschaft und oben angekommen hatten wir dann Stau!!! Ein Mercedes stand mitten auf dem Weg und vor ihm jede Menge Kühe, die diesen nicht frei machen wollten. Kurzentschlossen zogen wir an ihm vorbei und trieben die Kühe langsam vor uns her, immer mit den Füßen in Richtung Bodenkontakt. Das war es wohl auch was anschließend bei Elly so merkwürdige Spuren auf dem Roller hinterließ! Als sie anhielt und sich die Sache betrachtete, konnte sie erst einmal ihre Schuhe und das Trittbrett säubern!

Hier hatten wir auch die erste Sicht auf Wertach tief unten im Tal. Nach einer schönen Talfahrt haben wir dann erst einmal Anni kurz aufgesucht, anschließend noch ausgiebig Kaffee genossen und machten uns nach einer kurzen Rundtour wieder auf den Rückweg. Wir mussten wieder tanken, wieder in St.Mang. Und wieder schaffte Gerda es sich falsch einzuordnen an der besagten Kreuzung. Jetzt aber nichts wie weg hier! Noch in St.Mang lagen auf dem Bürgersteig unsere weiteren Begleiter! Zwei süße kleine Quakentchen aus rosa Plüsch! Schnell eingesammelt und weiter über Kempten nach Altusried wo wir ein sehr gutes und günstiges Restaurant entdeckten gegen 20.00 Uhr. Mit sehr leckeren Countrie-Potatos, Fleisch und Beilagen gestärkt fuhren wir gegen 21.00 Uhr weiter. Beim Rückweg kamen wir wieder am Schild „Flodders“ vorbei, was Gerda bewog, dahin abzubiegen! Elly meinte zwar das wäre nicht richtig, wir würden wieder Richtung Berge fahren, aber Gerda meinte: „Hier sind wir heute Mittag auch gefahren!“ War ja richtig, aber wir kamen jetzt von Bad Wurzach aus und hätten geradeaus gemusst. Nachdem sie Gerda überzeugt hatte, drehten sie und waren kurz darauf auch schon in Ellwangen angekommen gegen 22.15 Uhr. Wir waren zwar nicht extra leise, aber trotzdem hatten uns sogar die drei Bernersennenhunde von Karin und Reiner nicht kommen hören. Zigaretten drehend in der Garage wurden wir dann von Karin, Reiner und Hunden begrüßt, als sie zufällig eine rauchen wollten. Noch eine nette Unterhaltung und ein paar Vorbereitungen für die am nächsten Tag geplante München-Tour und dann ab ins Bett. Dachten wir… Gerda hatte Bonny geärgert mit den Entchen, jetzt kam Bonny’s Rache. Als sie merkte dass wir schlafen wollten, schnappte sie sich ihren Igel und gesellte sich mit diesem zu uns aufs Bett, schön zwischen uns! Wir hatten die Wahl, entweder mussten wir jetzt mit ihr spielen oder wir hätten uns die ganze nacht nicht mehr bewegen dürfen. Der Igel ist ihr Heiligtum, den beschützt sie wie ein Junges! Zu unserer eigenen Sicherheit entschlossen wir uns noch etwas mit ihr zu spielen. Irgendwann gegen 2.30 Uhr kamen wir dann endlich zum schlafen.

Unsere Tageskilometer betrugen 193! Kilometerstand 14798.

 

Sonntag 21.08.2005

8.00 Uhr aufstehen, packen, 9.00 Uhr frühstücken und noch ein wenig klönen, dann ging es gegen 11.00 Uhr los in Richtung München.

Kilometerstand beim Start in Ellwangen 14798 .

In Memmingen begann Gerda’s Roller wieder zu schaukeln. Dort tankten wir auch wieder und wurden von einem Freiberger Wohnmobilfahrer angesprochen wie man nach Landsberg kommt! Ausgerechnet wir, wo wir aus NRW waren!!! Es ging über schöne Landstraßen, endlich mal keine Kraftfahrstraßen in weiter Sicht. Dafür durften wir aber direkt parallel zur Autobahn fahren mit schöner Sicht auf diese und ihrem Stau. In Mindelheim machten wir einen kuren Stop und wurden von einem….Ureinheimischen Vagabunden angesprochen, was uns sehr auf „wildenburgische Einflüsse“ schließen ließ! Weiter ging die Fahrt bis Landsberg wo wir wieder unter einer Arkade einen kurzen Zwischenstop einlegten. Hier entwickelten wir uns zu einem „Stadtwunder“! Jeder der vorbei kam blieb stehen und bestaunte uns, unsere Roller und wollte genau wissen woher und wohin wir wollten. Hier zollte man uns einiges an Mut und Bewunderung was uns sichtlich stolz machte. Gegen 17.00 Uhr trafen wir dann am Treffpunkt in Germaring an der Stadthalle ein, wo Hanni und „Stupsi“ uns abholte. Bei ihr zu Hause in Aubing angekommen, wurde Stupsi, ihr jüngster Sohn, nebst Hund erst einmal ausquartiert und wir durften sein Zimmer beziehen. Während sich Horst, Hanni’s Mann, mit uns angeregt unterhielt, zauberte Hanni in ihrer kleinen Küche für uns Nudeln mit einer ganz besonderen Bolognesensoße.  So gestärkt verging der Abend sehr schnell. Jetzt machte sich auch der Fuß von Gerda wieder bemerkbar, sichtlich rot und stark angeschwollen. Hanni fackelte nicht lange, da mussten Franzbranntwein und Wadenwickel herhalten. In der Zwischenzeit klärte Bonny die Fronten mit Asterix dem Dackel. Er war über den Besuch wohl sichtlich erfreut, sie wollte wohl nur ihre Ruhe und das zeigte sie ihm dann auch. In gehörigem Abstand umschlich er sie dann nur noch. Endlich gegen 2.00 Uhr kamen wir dann in die Betten, mit dem Vorsatz morgen einen Arzt zu konsultieren, damit Gerda nicht ganz vom laufen ab kommt.

Bis Aubing waren es 150 Kilometer gewesen, was den Kilometerstand auf 14948 erhöhte.

 

Montag 22.08.2005

Um 9.00 Uhr schreckte uns der Anruf von Margitta aus dem Schlaf. 9.15 Uhr hatten wir es geschafft den Drücker von Hanni’s Toilette zu fratzen was Hanni als Monteur beheben wollte. Dies führte dann dazu dass wir kein Wasser mehr in der Toilette hatten. Gegen 9.30 Uhr ging dann gar nichts mehr, was Gerda dazu bewog jetzt erst einmal ausgedehnt zu baden. Elly trank in der Zwischenzeit gemütlich mit Horst Kaffe und gegen 10.00 Uhr versammelte sich dann jeder zum allgemeinen Frühstück. Gerda trug notgedrungen ihre offenen Sandalen von Freiburg, da der Fuß in keinen Schuh hinein passte. Gegen 13.00 Uhr wurde das „Frühstück“ dann aufgelöst und Elly konnte endlich in die Wanne. Der ganze Vormittag war verregnet, trotzdem liebte Bonny Hanni’s Garten. Unsere großen Besichtigungspläne waren somit auch ins Wasser gefallen. Obwohl Hanni’s „Hütte verpattext“ war, starteten wir gegen 14.30 Uhr einen erneuten Aufbruch. Immerhin wollten wir zum Arzt und noch einige Besorgungen machen. Im strömenden Regen gelangten wir zu Hanni’s Arbeitsstelle, wo gleich nebenan der Arzt praktizierte. 15.30 Uhr waren wir da und kurz darauf auch schon wieder unterwegs auf der Suche nach Plus, Fressnapf und ATU, wo wir unsere Biker-Skulpturen fanden. Alles soweit erledigt hungerte es uns. Gegenüber im Wienerwald wurde dann etwas Hähnchen zu sich genommen und dann die Rückreise nach Aubing gestartet. Im sintflutartigen Regen  kamen wir gegen 20.00 Uhr gleichzeitig mit Hanni dort an. Es wurde noch ein sehr gemütlicher Abend, obwohl Gerda immer wieder ihren Fuß und die Wade wickeln und kühlen musste. Der Franzbranntwein war besser als der Verband mit der Salbe vom Arzt. Auch dieses Mal wurde es 2.00 Uhr bevor wir zu Bett kamen.

 

Dienstag 23.08.2005

Um 9.30 Uhr klingelte Gerda’s Handy. Manfred und Sascha im Wechsel riefen an. Sie hatten im Radio und Fernsehen Nachrichten über Erdrutsche im bayrischen Oberland mitbekommen und fragten jetzt ob sie uns ein Schlauchboot schicken müssten! Wir waren im Oberland und wussten nichts. Es strömte zwar immer noch sintflutartig, aber wir waren ja trocken unter gekommen! Ab 10.30 Uhr war dann Waffel-Frühstück angesagt. Das dehnte sich wieder bis 13.00 Uhr, als Stupsi plötzlich mitten im Wohnzimmer stand nebst Hund und einer Glatze! Hanni war stinksauer auf ihn, umso mehr, weil er ihr das als Friseur-Maleur ausweisen wollte. Den Nachmittag verbrachten wir mit Wäsche waschen und trocknen. Anschließend war es auch draußen wieder trocken, somit konnten wir unsere Planen vom Roller nehmen, diese trocknen und die Roller inspizieren. In der Zwischenzeit war Horst emsig mit Asterix und Bonny beschäftigt! Und das sollte ein Mann mit Hundeangst sein? Nicht vorstellbar. Die zwei liebten ihn so wie er sie! Den Tag ließen wir dann einmal etwas ruhiger ausklingen mit Hinsicht und Schonung von Gerda’s Fuß.

 

Mittwoch 24.08.2005

Nach einem guten Frühstück und der Tatsache das Hanni’s gute Pflege an Gerda’s Fuß Früchte getragen hatte, machten wir uns auf den Weg nach Kloster Andechs nebst berühmter Brauerei. Wegen der Überschwemmungen vom Ammersee kamen wir nur auf großen Umwegen zum Ziel. Hier wurde Gerda herb enttäuscht. Das Kloster und die Brauerei hatten touristisch enorm aufgerüstet. Das kleine Bräustübel gab es nicht mehr, nur die Klosterkirche war noch in ihrem alten Zustand. Die umliegenden Parkanlagen waren alle neu geschaffen nebst großen Parkplätzen. Warum stand dann ein Trike mitten auf dem Rasen? Als wir es uns genauer ansahen, stellten wir fest: Es handelte sich um eine Skulptur. Eine Frau die eine Schubkarre, in Form ihres Mannes, schiebt. Der Mann hält ein großes Faß. Typisch! Ein Stück neben unseren Rollern entdeckten wir ein Motorrad mit Beiwagen links und dieser war auch noch aus silberfarbigem Metall in Raketenform. Es hatte unsere vollste Bewunderung. Auf der Rückfahrt machten wir noch mal Pause an einem Cafe mit Blick auf einen See. In aller Ruhe tranken wir unseren Kakao, als wir plötzlich bemerkten, dass hier wohl FKK-Gelände war. Nicht im Cafe, aber am See. Der Rest der Rückreise ging dann teilweise mal wieder über entlegene oder kaum vorhandene Straßen. Zurück in Aubing begrüßte Asterix Bonny so stürmisch, dass uns allen klar war: er liebt sie!

Mittlerweile war sie auch ein wenig zugänglicher obwohl sie ihn immer wieder in die Schranken wies. Unsere Versuche Vorbereitungen für die morgige Abfahrt zu treffen liefen mal wieder ins Leere. Es war einfach zu gemütlich bei Hanni und Horst!

Der Ausflug nach Andechs brachte uns wieder 137 Kilometer weiter.

 

Donnerstag 25.08.2005

Start München 15085

Aufstehen, frühstücken, packen und schon war es Mittag. Jetzt ließ uns Hanni erst fahren wenn wir Leberkäse gegessen hatten. Hanni und Elly also losgefahren, Leberkäse kaufen, muss ja ganz frisch und von einem bestimmten Metzger sein! Er war sehr lecker, ganz anders als bei uns in NRW, aber viel zu viel. Man haben die in Bayern Portionen! Irgendwann zwischen 13.00 und 14.00 Uhr, nach langem Abschied nehmen, konnten wir dann starten. Erst einmal Richtung München einwärts um zu Louis zu kommen, wo wir ein Head-Set umtauschen wollten. Als wir aus dem Geschäft kamen standen zwei Männer an unseren Rollern und bestaunten die. Der eine, ein Motorradfahrer ursprünglich aus Düsseldorf, jetzt aber in München ansässig, war sichtlich voller Bewunderung für uns. Ihm war unser gebasteltes „KR-NRW“-Schild aufgefallen, somit wusste er sofort wo wir her kamen. Nach einem netten Gespräch versuchten wir dann aus München heraus zu kommen, was darin gipfelte das wir auf einem Kreisverkehr landeten. So was hatten wir noch nie gesehen! Da traf doch tatsächlich eine Autobahn-Ausfahrt in den Kreisverkehr und diese hatte dort auch noch Vorfahrt! Sichtlich verstört, weil die anderen Abzweigungen des Kreisverkehrs auf Kraftfahrtstraßen führten, versuchten wir uns dem einströmenden Autobahnverkehr anzupassen. Mit viel Mut, Glück und Geschick schafften wir es die einzig für uns befahrbare Straße zu erwischen und machten uns aus dem Staub! Das musste wohl schockartige Auswirkungen auf uns gehabt haben, denn ab jetzt mieden wir jede größere Stadt. Wir konnten zwar den Kraftfahrtstraßen aus dem Weg gehen, leider nicht den Überschwemmungen im Donau-Umland. Sogar die A8 war gesperrt wegen evtl. Brückeneinsturz durch Hochwasser. Das hatte wohl auch Auswirkungen auf einige Autofahrer oder meinten die vielleicht hier wäre eine Rennstrecke? Dichtes auffahren, überholen schneiden und dann plötzliches abruptes bremsen und rechts abbiegen!!! Gerda’s Roller begann wieder, ausgerechnet auf einer Brücke, zu rütteln. Nach einem kurzen Stop zur Erholung kamen wir über riesige Umwege in Richtung Heidenheim. Das erste Schild sagte: bis Heidenheim 13 km! Das schaffen wir noch von wegen Benzin! Das nächste Schild hieß es: bis Heidenheim 15 km!?! Ja wie kann das denn? Jetzt wird’s aber brenzlig mit dem Sprit! Ah, welch Glück, dann waren es nur noch 10 km! Gegen 20.00 Uhr erreichten wir Heidenheim und auch direkt eine Tankstelle zu unserem Glück. Sichtlich geschafft durch die Fahrt beschlossen wir hier eine Unterkunft zu suchen. Auf Empfehlung der Tankstelle fanden wir ein schönes Hotel direkt unterhalb von Schloss Hellenstein. Nachdem unsere Roller und wir trocken einquartiert waren stellten wir auf einem kurzen Spaziergang fest, das es hier recht nett war. Das Schloss hoch oben über uns auf dem Berg, war festlich ausgeleuchtet, was uns veranlasste, dieses morgen noch zu besichtigen. Jetzt wurde erst mal zu Abend gegessen, auch recht günstig und sehr lecker! Dann wollten wir zu Bett. Pustekuchen, unsere Bonny hatte noch keine Lust! Sie hatte mal wieder die Plüschenten gesehen! Somit nahm sie sich wieder ihren Igel und ärgerte uns so lange, bis wir mit ihr spielten. Irgendwann wurde auch sie müde und wir konnten endlich schlafen.

Kilometerstand Heidenheim 15266. Tageskilometer 181.

 

Freitag 26.08.2005

8.00 Uhr klingelte unser Wecker, jetzt war packen angesagt. 9.00 Uhr wollten wir frühstücken und Bonny wollte vorher auch noch raus! Was man ihr auch sichtlich anmerkte! Gegen 10.00 Uhr beluden wir unsere Roller und eine halbe Stunde später ging es dann steil bergauf nach Schloss Hellenstein. Vom Schlossgelände aus hatten wir einen wundervollen kilometerweiten rundum Blick auf die Landschaft bei strahlendem Sonnenschein. Wir durchstreiften das weitläufige Gelände und entdeckten hinter jeder Ecke was Besonderes. Während unserer Außenbesichtigung des Schlosses wurden unsere Roller besichtigt, wie wir durch unsere Kameralinsen beobachten konnten. Als Elly dann auch noch zufällig ein Spielzeugschwert fand stand der Verteidigung unser Roller durch eine Ritterin der Neuzeit nichts mehr im Wege. Nach dieser ausgedehnten Besichtigung sehnten sich unsere Füße wieder nach Entlastung. Andere Seite fuhren wir den Berg wieder runter und kamen durch wunderschönes Gelände gegen 17.00 Uhr direkt von der richtigen Seite in Heilbronn an. Ella und Tanja holten uns am Treffpunkt ab und fünf Minuten später stand einer super Begrüßung mit vorbereitetem Essen und Sekt nichts mehr im Wege. Den weiteren Abend haben wir dann mit viel Klönen, Gelächter und Trinkbarem verbracht, was für Ella und Tanja nicht ohne Folgen blieb. Da Ella gut abgefüllt war, musste Tanja sich den Rest der Nacht Ella’s lautstarke Schlafgeräusche anhören.

Kilometerstand Heilbronn 15385 ! Tageskilometer 119.

 

Samstag 27.08.2005

Am anderen Morgen war Ella schon arbeiten als wir mit Tanja frühstückten. Anschließend ging es mit ihrem Auto auf eine kurze Stadtbesichtigung inkl. Besorgungen für Bonny. Ella traf am Mittag wieder ein, worauf wir schon sehnlichst warteten, schließlich mussten wir noch bis Boppard-Buchholz heute. Nach großem Abschied und besten Wünschen versuchten wir verzweifelt aus Heilbronn weg zu kommen. War kein leichtes Unterfangen. Kraftfahrstraßen gab es genug!!! Endlich wieder in schönem, freiem Gelände genossen wir diesen Anblick. Das gute Wetter tat sein restliches, zu unserem Bedauern als wir zwischen Fluss und Altstadt in Heidelberg ankamen, weil wir zeitlich keine Möglichkeit hatten uns hier noch einmal richtig umzusehen. Mit festem Vorsatz, dass auf jeden Fall im folgenden Sommer zu tun, ließen wir Heidelberg mit einer Träne im Auge hinter uns. Irgendwo hielten wir dann noch einmal an einem Imbiss an wo Gerda die Lehre erteilt wurde, dass man seine Brille entweder auf der Nase oder im Etui trägt und nicht oben auf dem Roller! Gut vorbereitet wie wir waren, hatten wir natürlich Ersatz bei. Bald ging unsere weitere Fahrt hoch oben über die Rücken der Berge mit kilometerweiter Sicht bei strahlender Sonne. Kurz vor der Dämmerung tankten wir noch einmal und kamen anschließend im Dunkeln den Berg bei St.Goar runter.  Als wir am Ufer des Rheins auf die B9 stießen war recht reger Verkehr zu bemerken, was uns zu besonderer Vorsicht bewegte. Kurz darauf sahen wir auch schon einen Stau und wurden rechts ran gewunken von der Polizei! Ups, bis hier hatten wir ja immer besonderes Glück gehabt! Jetzt wurde uns doch etwas mulmig wegen unserer Roller. Dabei wollte der Polizist uns nur mitteilen, dass wir bitte langsam, ganz rechts und vorsichtig weiter fahren sollten. Erst jetzt bemerkten wir, dass in St.Goar „Rhein in Flammen“ war. Kurzentschlossen hielten wir etwas weiter an und bestaunten Nachts um 24.00 Uhr dass großartige Schauspiel dieses Feuerwerks. Mit vielen kleinen und großen, festlich beleuchteten Schiffen, prunkte das breite Bett des Rheines.  Selbst Bonny, dick eingepackt in Ihrem Reisefell, schaute interessiert zu. Endlich gegen 2.00 Uhr in der Nacht kamen wir in Buchholz, bei Ellys Sohn, auf der Hunsrückhöhenstrasse an. Nach dem Abladen gönnten wir uns noch ein Tässchen Suppe, Boris hatte ja für Nachschub gesorgt, dann ging es ins Bett. Morgen sollte unsere letzte Etappe in Angriff genommen werden und dafür hatten wir uns noch einige Stops zu Recht gelegt.

Kilometerstand Boppard-Buchholz 15632 ! Tageskilometer 247.

 

Sonntag 28.08.2005

Morgens, nach einem guten Kaffee und einem kurzem Spaziergang an der frischen Luft, hatten wir dann auch wieder die nötige Energie um unsere Sachen zu packen. Plötzlich rief Boris an und teilte uns mit, dass wir bei ihm zu Hause noch auf einen Freund von ihm warten mussten, welcher ein Paket abgeben wollte. Jetzt mussten wir auch noch warten! Eine Stunde später rief Sascha, Gerdas Sohn, an und meinte dass sie (????) auf dem Weg nach Buchholz sind. Jetzt hatten wir die Wahl, entweder schnellstens von da zu verschwinden oder aber unsere himmlische Urlaubsruhe war dahin. Ca. 12.00 Uhr trafen dann Sascha mit Melanie auf einem Quadt und Gerdas Mann, Manfred, auf einer geliehenen 125er Piaggio ein. Große Begrüßung und Frage nach einem Kaffee! Sagten ihnen gleich das wir schon die Roller beladen hatten und jetzt erst mal starten wollten, den Kaffee gäbe es dann unterwegs irgendwo. Ab ging es quer über den Berg auf einer schmalen Serpentinenstraße runter zur Mosel. Schnell geparkt und dann in das nächste Cafe. Na das war eine Niete, hatte geschlossen! Etwas gehetzt wieder die Roller gestartet, Gerda wollte als letzte drehen und stieß sich das linke Blinkerglas am Ufermäuerchen kaputt. Die Stimmung geriet ins Wanken! Beim nächsten Cafe hatten wir dann Glück. Großer Parkplatz, Kaffee und Kakao sehr schmackhaft und die Suppe war auch recht gut! Beim anschließenden Aufbruch löste sich der Reißverschluss von Gerda’s Lederjacke in Wohlgefallen auf. Jetzt war die Stimmung auf dem Nullpunkt. Fast 2000 Kilometer waren wir gekommen ohne einen Zwischenfall, jetzt wo wir in Richtung Heimat kamen begannen die Missgeschicke sich zu mehren! Über die Mosel in Richtung Nürburgring ging die Fahrt dann über Berg und Tal bei strahlendem Sonnenschein, was die Gemüter wieder etwas beruhigte, in Erwartung auf das große Schnitzelessen! Vom Ring aus ging es dann die berüchtigte Serpentinenstraße runter Richtung Adenau! An unserer berühmten Schnitzelbude in Adenau trafen wir nach dem Essen noch auf unsere beiden Brüder Gerd und Michael mit seiner Gefährtin Iris. Großes Hallo und kurz darauf ging es weiter. Am Breidtscheider Aussichtspunkt besichtigten wir noch einmal ausgiebig den Nürburgring und die diversen Rennfahrer mit ihren Autos. Anschließend haben wir in Adenau getankt, wobei Elly einen netten Motorradfahrer aus Köln kennen lernte. Am Ortsausgang trafen wir wieder auf unsere Brüder die mit ihren Motorrädern auch wieder Richtung Heimat wollten.  Natürlich mussten sich Sascha mit Melanie auf dem Quadt und Michael auf seinem Motorrad mal wieder zeigen wer der schnellere ist! Kurz darauf waren unsere Brüder weg und wir fuhren wieder geschlossen Richtung Reifferscheidt eine wunderschöne schmale Serpentinenstrecke. Mittlerweile war es Dunkel geworden, was uns nicht davon abhielt, Manfred für unsere nächsten Rollertouren zu „eichen“! Froh dass er die Kurven und Berge gut bewältigt hatte, hielten wir in Bad Münstereifel zum Tanken an. Von hier aus ging es dann über Zülpich Richtung Krefeld. Je flacher wir kamen desto langsamer wurden wir. Nicht wegen den Maschinen, sondern wegen dem Bewusstsein, dass unsere Tour vorbei war! Die letzten ca. 60 Kilometer fuhr Sascha schon voraus, da er sein Quadt noch zurückgeben musste. Als wir drei so gegen 24.00 Uhr an der Kreuzung Osterath-Willich-Fischeln ankamen blinkte Gerda’s Roller rechts! Manfred tat ihr gleich! Lauthals über Funk fragte Elly dann: „Willst wohl wieder zurück!“ Da gab Gerda nach und bog dann doch links ab Richtung Krefeld-Fischeln! Ein paar Minuten später standen wir bei Oma auf dem Parkplatz, von wo wir auch gestartet waren. Oma hatte schon Kakao fertig als Gerda ihr eröffnete, dass wir sie nur abholen wollten um wieder zu fahren!!! Völlig entgeisterte Gesichter von Oma und Manfred! Sollte ja auch nur ein Scherz sein. Gegen 1.00 Uhr waren dann auch Gerda und Manfred zu Hause angekommen. Diesmal hatten wir es mit 218 Tageskilometern etwas kürzer geschafft.

Kilometerstand Krefeld 15850 !

Somit hatten wir zwei mit unsern 50er Rollern und  Rollerhund „Bonny“ in 14 Tagen 2105 Kilometer zurückgelegt! Und das ohne eine einzige Panne, vom ersten gefahrenen Kilometer an.

Das war zwar nicht ganz soweit wie Rom, unser Vorbild, was wir im Forum des Roller-Express fanden. Dort hatten sich fünf mutige Leute zusammen gefunden, um den Wunschtraum einer Rollerfahrerin, zu erfüllen. Sie starteten allerdings unter Begleitschutz eines Fahrzeuges, mit gesponsertem Hänger der Polizei aus Leverkusen.

Als Gerda um die Weihnachtszeit 2004 diesen Bericht las und Elly darauf aufmerksam machte, teilten sie ihrem Bruder Michael (35J.) diesen ebenfalls mit.

Seine Reaktion darauf: So verrückt kann man doch gar nicht sein, das mit 50er Rollern zu unternehmen! Dabei hatte ausgerechnet er, zwei Jahre darauf hingearbeitet, das Elly sich einen Roller zulegen sollte!

Das war für Elly (46J.)  und Gerda(51J.) der Funke zur Idee, der oben beschriebenen Tour!

Mit dem Resultat: Im Jahre 2006 wird eine dreiwöchige Rollertour ausgeführt, woran Gerdas Mann (Manfred 50J.) auch teilnimmt.

Dieser Urlaub war für uns Freiheit pur und wird uns immer unvergeßlich bleiben!

Autoren:          Die verrückten Schwestern,

                                                                                       Gerda und Elly!

 

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Rollerurlaub August 2005 / Tageskilometer 

 13.08.05   Krefeld bis Boppard                              245  Km

14.08.05   Boppard bis Vaihingen/Enz                    234  Km

 16.08.05   Vaihingen/Enz bis Bräunlingen             183  Km

  19.08.05   Bräunlingen bis Ellwangen                   198  Km

  20.08.05   Ellwangen bis Wertach und                 193  Km

zurück nach Ellwangen

 21.08.05   Ellwangen bis München                         150  Km 

24.05.08   Von München Ausflug zum                   137  Km

 Kloster Andechs/ Ammersee

25.08.05   München bis Heidenheim                      181  Km

26.08.05   Heidenheim bis Heilbronn                     119  Km

 27.08.05   Heilbronn bis Boppard                          247  Km

28.08.05   Boppard bis Krefeld                               218  Km

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  Wie die Jungfrau zu ihrem Kind

 

Nun waren zwei Wochen ohne Frauen bald rum. Die beiden Verrückten waren doch tatsächlich mit Spielzeugroller, sprich Fuffis, bis in die Schweiz gefahren. Ein bißchen komisch war es schon gewesen, von der Arbeit nach Hause in eine totenstille Wohnung zu kommen: kein mit freudig wedelndem Schwanz wartender Hund und mit einem Nudelholz bewaffnete Ehefrau, weil es mal wieder etwas – so ca. eine Stunde oder so – später geworden war. Nun, natürlich war die Freude groß, Gerda und Klein Bonny – und natürlich auch Lieblingsschwägerin Elli – wieder daheim zu haben. Ich sollte mir etwas besonderes einfallen lassen!

Die Idee!

Besprochen war, daß die beiden (und Klein Bonny) Freitags in Buchholz (nähe Boppard) ankommen und am nächsten Morgen dann die restliche Strecke nach Hause zurücklegen würden. Ich fragte also meinen Freund, ob er mir seine 125er Hexe leihen würde. Ich hatte zwar noch nie auf einem motorisierten Zweirad gesessen, aber so schwer konnte es ja wohl nicht sein.

Doch wann würden die beiden Reisenden von Buchholz losfahren? Also wurde Ellis Sohn – er wohnt in Buchholz und bei ihm übernachteten die beiden – ins Vertrauen gezogen. Er meinte, er wäre zwar um diese Zeit nicht zuhause, aber ihm fiel plötzlich ein, daß er ein wichtiges Paket erwartete und die beiden Frauen unbedingt auf den Paketboten warten müßten, um die Annahme zu quittieren. Problem gelöst!

Also machte ich mich sonntagsfrüh – so um 6.00 oder 7.00 Uhr auf den Weg nach Buchholz. Von dieser Fahrt ist mir nichts mehr in Erinnerung geblieben – wahrscheinlich stand ich schon kurz nach dem Start unter einer Art Schockzustand. Aber wie das so mit Schlafwandlern ist – alles geht gut. Aber an das Gesicht von Gerda, als sie mich da mit der Hexe sah, das werde ich wohl nicht mehr vergessen. Leider hatte ich keinen Fotoapparat dabei. Mindestens zehn Minuten war sie nicht ansprechbar: den Mund offen, drückte das Gesicht nur puren Unglauben aus. Das konnte nicht ihr Mann sein. Der, der nie auf ein motorisiertes Zweirad steigen wollte! Und dann gleich diese Strecke!

Als sie sich dann wieder einigermaßen gefangen hatte, meinte sie nur, daß sie aber jetzt losfahren wollten (als ich ihnen gesagt hatte, daß ich das wichtige Paket war) und natürlich nicht die geradeste Strecke zurück nehmen würden.

Noch nicht einmal eine Tasse Kaffee gönnten die beiden mir, und da sie schon ihre Fuffis gesattelt hatten, ging es auch gleich los. Zum Glück für mich stand ich wohl immer noch unter Schock – von der Rückfahrt weis ich ebenfalls nichts mehr. Als wir dann abends zuhause ankamen, hatte ich rund 500 km mehr oder weniger an einem Stück hinter mir. Ich fühlte mich aber trotzdem topfit und hätte noch weiter fahren können. Die beiden Frauen schüttelten nur mit dem Kopf.

Bei der „Tour-Nachbesprechung“ beschlossen die beiden Frauen, daß ich nun auch einen Roller bekommen sollte – natürlich keinen Fuffi, wegen meines Gewichtes (haha) und wegen des größeren Stauraumes für den nächsten Urlaub (ah ja!!).

14 Tage später bekam ich dann – wie eine Jungfrau ihr Kind - meine X9.

Wo ich doch nie auf ein motorisiertes Zweirad steigen wollte!!!

 

 

Autor:                                    Manfred / X9 Manni

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 und so ging es in 2006 weiter:

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 25. Mai 2006 Der "Astropeiler" Stockert

Hier ein Bericht über den Astropeiler und seine Besucher

 Bad Münstereifel, den 27.05.06

 
ASTROPEILER - STOCKERT
 

 

Diesen Samstag war zuerst der Förderverein der NRW-Stiftung zu einer Besichtigung auf dem Stockert. Anschließend wurde groß 20 Jahre Jugend forscht am St. Michael Gymnasium von Bad Münstereifel gefeiert. Dank des unermüdlichen Einsatzes vieler Helfer rund um den Macher Walter Stein, wurde diese Leistung gebührend geehrt und gefeiert.

Dabei gab es einige Highlights, die ins Ginnesbuch vom Stockert aufgenommen werden müssen. Zuerst das riesige kalte Buffet, sicherlich das grösste und beste was je auf dem Stockert aufgebaut und vertilgt wurde. Leider habe ich es versäumt vorher ein Bild davon zu machen, nachdem es frei gegeben wurde hatte ich dazu keine Chance mehr. Dann hatten wir das erste Baby oben auf der Plattform. Wir wollen uns ja auch aktiv um technischen und radioastronomischen Nachwuchs kümmern, gesagt, getan! Besonders kurios war der Besuch von zwei vermeintlich Außerirdischen auf der Plattform. Die stellten sich bei genauem Hinsehen als zwei nette Damen in voller Motorradmontur heraus. Neben dem ungewöhnlichen Outfit war es aber der kleine Hund, den die beiden mit hatten, der auffiel und als erster Hund auf der Plattform in die Geschichtsschreibung des Stockerts aufgenommen wird.                
                                            

Unter "Videos" und in den "Alben 2006" findet ihr mehr!

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Video vom Mai 2006 Umgebung Schleiden

www.youtube.com/watch

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Video vom Trikertreffen in Plaidt bei Koblenz im Juni 2006

www.youtube.com/watch

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Fotoalbum 1 vom Rollerurlaub August 2006

picasaweb.google.de/Dextrofee/RollerurlaubAugust2006Album1

 

Fotoalbum 2 vom Rollerurlaub August 2006

picasaweb.google.de/Dextrofee/RollerurlaubAugust2006Album2

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